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Dienstag, 30. Oktober 2007 Für die meisten war die Nacht s e h r kurz, aber schon bald nach 01:00 h sind alle vor der Schule eingetroffen, auch der eine oder andere, der nicht zur Austauschgruppe gehört ... Auch "Dany the bus" ist pünktlich, so dass wir uns schon bald nach heftigem Abschiednehmen auf dem Weg zum Flughafen befinden. Unsere Gruppe wird einem leeren Wartebereich zugewiesen, dann beginnt die Sicherheitsbefragung, doppelte Sicherheit mit Kontrollbefragung. Höchst interessant sind die Geschenke, insbesondere die der Stadt Ashdod: Wo ist die Mappe, wo ist der Stift, wo ist der Schlüssenanhänger? Kevins große Obstkiste, ein Geschenk der Gasteltern, scheint nicht so suspekt zu sein. Nachdem alle Gepäckstücke den Codestreifen der Gepäckkontrolle haben, können wir einchecken. Es folgen die Handgepäckkontrolle und die Passkontrolle - dann sind wir kurz nach 04:00 Uhr im Abflugbereich. Das "Boarding" erfolgt pünktlich und ebenso pünktlich beginnt die Maschine ihre lange Fahrt bis an das entfernteste Ende des Flughafens. Gerade geht die Sonne auf über den dunklen Wolkenwänden, die über den judäischen Bergen hängen (für heute ist erstmals Regen in einigen Landesteilen angesagt). Weit ausgebreitet liegt Tel Aviv unter uns, dann verschwindet die Küstenlinie unter den hochauftürmenden Wolken: Der Herbst in Israel steht bevor.
Auf Wiedersehen Goodbye Lehitraot Auf Wiedersehen Goodbye Lehitraot Auf Wiedersehen Goodbye Lehitraot Schon kurz nach dem Start schlafen alle, im Flugzeug ist kaum ein Laut zu hören. Das ändert sich eine Stunde später - wir fliegen gerade entlang der türkischen Küste: Das Frühstück wird serviert. Da auch auf dem weiteren Weg Wolken den Blick nach unten verwehren, ist es besser, die Augen zu schließen und zu schlafen. Bei Dresden beginnt der Abstieg - die Wolkenteppiche kommen bedrohlich näher, dann tauchen wir in das Schmuddelgrau, unter dem es ebenso grau ist. Die Anzeige meldet 10°C - das sind 15 Grad Unterschied zu den letzten Tagen.
Ben Gurion Airport: Sonnenaufgang und Regenwolken über den judäischen Bergen Ben Gurion Airport: sunrise and clouds over the Judean Hills
Abflug über Tel Aviv take off via Tel Aviv
Unser Bus wartet schon und so sind wir schon bald unterwegs nach Spandau - wenn auch mit einem kleinen Abstecher: Navigatorengeräte irren sich selten, aber deren Bediener schon. Doch jetzt weiß auch der kleine Computer, dass wir nach Spandau wollen (in diesem Moment aber noch lieber dorthin, wo wir gerade herkommen). Eine für alle schöne Zeit geht ihrem Ende entgegen. Wir haben selten in den letzten Jahren eine so gute Gruppe gehabt,die so sozial miteinander umgegangen ist und wir haben selten eine so gute Ergänzung in Ashdod gefunden: Nun freuen wir uns auf den Gegenbesuch. Auch wenn ab morgen uns wieder der Alltag einholt, bleiben uns die gemeinsamen Erlebnisse, die Freundschaft zu denen, die wir kennen gelernt haben, die Erinnerung an das ölige Wasser des Toten Meeres, die Wärme und den langen Strand von Ashdod ebenso wie die berührenden Erfahrungen in Yad Vashem. Montag, 29. Oktober 2007 Die Sonne meint es zum Abschied noch einmal gut mit uns. Wir treffen uns in der Schule - Carmela hat eine Überraschung vorbereitet: Jeder bekommt ein T-Shirt, auf dem die Unterschriften und guten Wünsche aller Gruppenmitglieder verewigt werden. Assaf organisiert anschließend die Fahrt zum Restaurant, in dem wir offiziell voneinander Abschied nehmen: Dank an Rosita Goldschmidt, die Schulleiterin, Dank an Carmela, die für die Organisation des Programms zuständig war und an Arie Sternlieb, der uns teilweise begleitet hat und beim Gegenbesuch nach Berlin kommen wird
Grüße und Wünsche greetings and wishes
Offizielle Verabschiedung official thanks and goodbye
Sonntag, 28. Oktober 2007
Alle Schuelerinnen und Schueler sind lange vor dem festgelegten Abfahrtstermin anwesend - offensichtlich zeigt das interkulterelle Lernen Wirkung. Trotz des Wochenanfangs ist der Verkehr nicht besonders stark, so dass wir ebenso puenktlich in Yad Vashem ankommen. Dieses Mal versuchen wir eine gemeinsame Fuehrung in Englisch - wir waren bei den letzten Besuchen mit den geteilten Gruppen nicht sehr gluecklich. Wie alle Gruppen bekommen wir unsere Kopfhoerer und koennen so ungestoert von den anderen den Erklaerungen folgen. Wir beginnen in der Allee der Gerechten der Voelker, zu deren Ehren Baeume gepflanzt sind. Das neue Museum drueckt auch in seiner Architektur die Gefaehrdung aus, in der sich das Volk befinde: Der Eingangsbereich schwebt ueber dem Abgrund. Von der Erinnerung an das lebendige Leben der Juden in Europa windet sich der Weg ueber den Beginn des Faschismus, dem Beginn der Ausgrenzung und der Deportationen, dem Morden der Einsatzkommandos, der Vernichtung des Lebens hin zur Befreiung, die fuer die Ueberlebenden anders war als fuer den Rest der Menschen in Europa. Am Ende treten wir hinaus in das Licht, sehen hinaus auf das neue Jerusalem. Wir erinnern uns an Janusz Korczak, der mit seinen Schuelerinnen und Schuelern in den Tod gegangen ist und in der Dunkelheit und Stille der Halle der Kinder werden die Namen ermorderter Kinder genannt, damit sie nicht vergessen werden.
Im Tal der vergangenen Gemeinden legen wir einen Blumenkranz zur Erinnerung an die juedische Gemeinde Spandaus nieder - nur wenige Mitglieder dieser einstmals lebendigen Gemeinde haben die Lager ueberlebt.
Auf dem Herzl-Berg ist unser Ziel das Grab von Izak Rabin - hier schliesst sich der Kreis fuer uns: Wir haben unseren Aufenthalt mit dem Besuch an dem Ort, an dem er und mit ihm die Hoffnung des israelischen Volkes auf Frieden ausgeloescht wurde, begonnen.
Im goldenen Licht der untergehenden Sonne fahren wir nach Ashod zurueck.
Yad Vashem
Halle der Erinnerung Hall of remembrance Halle der Kinder Hall of the children
Tal der vergangenen Gemeinden Valley of the communities
Am Grab von Izak Rabin at Rabin's grave
Sonnabend, 27. Oktober 2007
Heute ist Shabbat - Ruhetag nach den vielen Aktivitaeten,Zeit, um mit den Familien etwas zu unternehmen.
Freitag, 26. Oktober 2007
Herbst in Israel - es ist immer noch sehr warm, aber das Licht ist milder als im Sommer, obwohl die Sonne es immer noch gut mit uns meint. Die meisten Felder sind abgerntet, die gepresste Baumwolle steht an den Feldraendern fuer den Abtransport bereit. Die Menschen und das Land warten auf den Regen, der den Staub von allem abwaschen wird.
Wir sind am fruehen Morgen wieder auf dem Weg nach Jerusalem. Vor der Stadtgrenze verlassen wir die A1 und fahren in Richtung Ein Kerem, den Weg, den wir auch am Sonntag in Richtung Yad Vashem nehmen werden. Bevor wir jedoch in des Tal hinunter fahren, weist ein Wegweiser nach rechts: Sataf ist unser Ziel, ein kleiner Nationalpark inmitten der bewaldeten Huegel, gegenueber dem grossen Hadassa-Krankenhaus. Hier haben vor rund 4000 Jahren juedisches Siedler aus der Kuestenregion erstmals Terrassen fuer die landwirtschaftliche Nutzung und ein intelligentes Wassersystem angelegt. Heute fuehren uns Ben und Daniel, zwei Schueler der Oberstufe, die an einer besonderen Gruppenleiterausbildung teilgenommen haben. Nach einem steilen Abstieg erkundet die Gruppe eine von den damaligen Siedlern angelegte kuenstliche Hoehle, die eine groessere Wasserausbeute der natuerlichen Quelle ermoeglichte.
Blumen fuer Ljuba flowers for Ljuba
Sataf
Die Idee unsere Gastgeber, den arabischen Ort Abu Gosh - er liegt auf israelischem Staatsgebiet und ist fuer seine Houmus-Restaurants (Abu Shoukri) beruehmt - zu besuchen, erweist sich fuer sie als nicht besonders gut: Es ist 12:00 Uhr und die maennlichen Bewohner des Orts haben sich in und vor der Moschee zum Freitagsgebet versammelt - Grund genug fuer die begleitenden Lehrkraefte, sofort alle wieder in den Bus zu verfrachten. Das gegenseitige irrationale Misstrauen ist stark ausgepraegt. Auch die Schauergeschichte loest sich beim mehrmaligen Nachfragen auf: In Abu Gosh ist in der letzten Woche nicht ein Israeli von einem Araber erschossen worden, sondern die private Auseinandersetzung zweier israelischer Araber endete fuer beide toedlich.
Also: Abu Gosh naechstes Mal nicht am Freitag. Gegen 14:00 Uhr sind wir in Ashdod zurueck. Nach der ereignisreichen Woche mit langen Tagen liegt nun ein langes Wochenende mit den Familien vor uns.
Shabbat Shalom!
Donnerstag, 25. Oktober 2007
An diesem Morgen ist der Verkehr weitraeumig um Ashdod herum noch heftiger als sonst - Stau in alle Richtungen, so dass auch unserer Bus spaeter ankommt. Wir verlassen Ashdod Richtung Sueden und biegen bei Ashquelon nach Osten ab. Die weiten, huegeligen Flaechen sind abgeerntet, braun - im Fruehjahr breitet sich, so weit das Auge blicken kann, das Gruen der Weizenfelder aus. Kleine, moderne Staedte fuer die Beduinen liegen rechts und links der Strasse, aber auch mehr oder minder traditionelle Behausungen, vor denen noch das eine oder andere Kamel oder der ein Esel zu sehen ist. Mit jedem Kilometer aendert sich die Landschaft hin zur Wueste, nicht die gelbe Sandwueste wie in der Sahara, sondern zur Steinwueste. Ab Arad fuehrt die Strasse durch die kahlen Berge abwaerts, hin zum Toten Meer, das ploetzlich unglaublich blau mit weissen Einsprengseln unter uns liegt. Die Temperaturanzeige steigt auf 34 Grad.
Auf dem Weg zum Toten Meer on route to the yamhamelach
Salzkrusten melach
Mit der Seilbahn fahren wir hinauf nach Massada, dem Ort des heroischen Widerstandes der Zeloten gegen die Roemer, aber auch dem Wintersitz des menschenscheuen und misstrauischen Koenigs Herodes. Wir schauen hinab in den senkrecht abfallenden Syrisch-Afrikanischen Grabenbruch, tauchen ab in eine der unglaublich grossen Zisternen, sehen die roemische Rampe und die Columbarien, die Taubenhaeuser, in denen das einzige Frischfleisch fuer die unterschiedlichen Nutzer dieses Felsens heranwuchs. Von hier oben sind selbst nach 2000 Jahren noch die Umrisse der roemischen Kastelle und der Belagerungsmauer gut zu erkennen.
Die Geschichte von Massada the story of Metsada
Nach kurzer Fahrt sind wir in En Gedi - das Nahal David wartet. Steinboecke warten schon oben auf den Felsen, dass endlich die Touristen das Tal verlassen muessen, denn danach kommen sie zum Wasser herunter. Solche Beruehrungsaengste kennen die Klippschliefer nicht - sie rennen in grosser Zahl ueber die Felsen, verharren regungslos, beaeugen die Eindringlinge und sind auf einmal blitzartig dort, wo sie hinwollen. Nach einer Einfuehrung in die Tierwelt im diesem Teil der Wueste wandert die Gruppe unter der Leitung von Shmulik, der uns heute den ganzen Tag begleitet, und unter den wachsamen Augen unseres security man - der ist fuer solche Aktivitaeten israelischer Schulen vorgeschrieben - hinauf bis zum Wasserfall.
security Shmulik erklaert die Tierwelt der Wueste lecture by Shmulik
Klippschliefer - ein Verwandter des Elefanten Nahal David tree rat - related to the elephant
Die eigentlich Attraktion, auf die alle schon sehnsuechtig gewartet haben, folgt anschliessend: Schwimmen im Toten Meer. Es ist ein langer und steiler Weg bis hinunter zum "Strand" - durch den fehlenden Wasserzufluss aus dem Jordan verdunstet ueberproportional viel Wasser, so dass der Seespiegel rapide sinkt. Dann ist es soweit: Wir schweben schwerelos im oeligen Wasser. Die Sonne versinkt hinter den Bergen von En Gedi und zaubert einen rosaroten Schimmer auf die jordanischen Felsen, die sich im Meer wiederspiegelt.
Abends in En Gedi ... nightfall in En Gedi
Fast uebergangslos wird es dunkel und ein perfekter Vollmond taucht das Tote Meer und die Felsen in ein unwirkliches Licht.
19:00 h auf der A40 Richtung Beer Sheva Auf dem Weg nach Ashod Heavy traffic on A40 to Beer Sheva on our way back home
Es muss nicht immer eine Uzzi sein - ein alter Karabiner reicht auch fuer die Sicherheit well equipped for security
Mittwoch, 24. Oktober 2007 Kaelter soll es heute sein, mindestens drei bis vier Grad. Schon gegen 9:00 Uhr ist der Unterschied zu gestern kaum noch zu spueren. Heute treffen wir uns am Rathaus von Ashdod, das inmitten des Kulturzentrums mit schoenem Blick auf das Meer liegt. Wie immer laesst Buergermeister Zilker es sich nicht nehmen, die Austauschgruppe zu begruessen. Er weist in seiner Ansprache an den heutigen besonderen Tag, den Rabin-Gedenktag und er ruft die Schuelerinnen und Schueler auf, als junge Generation sich fuer den Frieden einzusetzen. Herr Zilker beschreibt seinen ersten Besuch in Spandau vor rund 40 Jahren, als er der Stadtingenieur von Ashdod war und der damalige Buergermeister ihn zu diesem Besuch in der damals neuen Partnerstadt mitnahm – es war fuer ihn keine leichte Entscheidung, nach Deutschland zu fahren, in das Land, aus dem seine Eltern mit ihm als kleinen Kind vertrieben worden waren. Aber es war ein Neuanfang, ohne den ein Miteinander nicht moeglich ist.
Diesen Baum hat die Spandauer Delegation im November 2006 gepflanzt. This tree has been planted by the Spandau delegation to the 60th anniversary of Ashdod.
Da trotz des Streiks der Lehrer heute in der Schule eine Gedenkveranstaltung zu Ehren von Rabin stattfindet, fahren wir anschliessend in die Schule. Schuelerinnen und Schueler singen und tragen Texte vor, die an das Wirken von Rabin erinnern und die die Hoffnung auf Frieden ausdruecken.
Dienstag, 23. Oktober 2007 Ephraim Kishon hat die Auswirkungen des Hamsin, des heissen Wuestenwindes, beschrieben: Es ist heiss, feucht, dunstig. Bis 34 Grad fuer die Kuestenregion sagt der Wetterbericht voraus. Durch das uebliche morgendliche Verkehrschaos vor Tel Aviv kaempft sich unser Bus relative zuegig durch, so dass wir gegen 10:00 h am Rathaus sind, wo Ministerpraesident Izak Rabin vor fast genau 12 Jahren erschossen wurde und mit seinem Tod die Hoffnung einer ganzen Generation auf Frieden zunichte wurde.
Im Diasporamuseum treffen wir Frau Gabi Rabi, die unsere Gruppen schon seit einigen Jahren durch
Die Sonne steht schon tiefer und die hohe Luftfeuchtigkeit bewirkt ein besonders mildes, goldfarbenes Licht – ideal fuer Aufnahmen von Braeuten und ihren zukuenftigen Ehemaennern. Zwei Paare mit ihrem professionellen Fotografen treffen wir. Tel Aviv liegt im Abendsonnenschein, die Katzen am Hafen geniessen wie wir den nunmehr angenehmen Sonnenschein. Mit beginnender Dunkelheit – es ist kurz nach 18:00 Uhr – sind wir wieder in
Montag, 22. Oktober 2007
Der Wetterbericht kuendigt 29 Grad fuer Tel Aviv und etwas weniger fuer Dank Wilhelm II. koennen wir mit dem Minibus durch das Jaffator fahren und in dem schon quirligen Leben aussteigen. Wir tauchen in die enge Bazargasse: Hier ist das Angebot an den Touristen ausgerichtet. Am Ende der Strasse gelangen wir in das juedische Viertel. Hier laufen wir – drei bis vier Meter unter dem derzeitigen Strassenniveau – auf dem roemischen Pflaster des cardo, wie die Hauptstrasse in jeder roemischen Stadt hiess. Vor der Westmauer herrscht grosse Betriebsamkeit, da viele Familien hier die Bar Mizwar ihrer Soehne feiern – der Tag, an dem der Junge zum ersten Mal oeffentlich aus der Thora vorliest und so in die Gemeinde aufgenommen wird. Wir gehen weiter bis zum Damaskustor, schauen in den leeren Schulhof des "Schmidt's Am spaeten Nachmittag fahren wir in den Bilderbuchsonnenuntergang. Unfoermig und voellig falsch herum zeigt sich schon bald der zunehmende Mond.
The kotel Die salomonische Mauer des Tempelbergs Vor der Westmauer des Tempelbergs
Falafel in unserem Stammrestaurant Falafel in the Old City
Der Stammlieferant fuer Gewuerze Im arabischen Teil der Altstadt We are buying spices always here In the shouk
Sonntag, 21. Oktober 2007
Seit den Sukkot-Ferien vor zwei Wochen streikt ein grosser Teil der Lehrerinnen und Lehrer - kein Wunder bei dem sehr geringen Gehalt. Eine Lehrkraft, die schon eine Anzahl von Dienstjahren hinter sich hat, erhaelt hier umgerechnet etwa 1500,00 Euro - und das bei vergleichbaren, wenn nicht teilweise hoeheren Preisen in Israel. Die Lehrkraefte, die nicht streiken, kommen morgens in die Schule, sitzen im Lehrerzimmer und warten, ob Schuelerinnen und Schueler kommen, die unterrichtet werden wollen. Besonders hart trifft es die der letzten Klasse, die in zwei Monaten das Bagrut, dem Abitur vergleichbar, ablegen sollen. So beschraenkt sich der "Internationale Tag", der sonst mit vielen Projekten in der Schule begangen wird, auf unser gemeinsames Kochprojekt.
Die israelische Gruppe bereitet Falaffel, israelischen Salat und Schatschukka (ein Gericht mit Tomaten und Eiern) vor, wir einen warmen Kartoffelsalat. Zwischendurch uebt unsere Gruppe noch Lieder fuer den heutigen Abend ein. Vor dem Essen fuehren Jennifer, Zana und Dorit eine Praesentation wie im Fernsehen ueber die Herstellung des Kartoffelsalats vor. Der Nachmittag gehoert dem Strand - es ist sehr warm heute. In der vergangenen Woche hat es schon kurz und heftig geregnet, aber der Sommer hat erst einmal wieder gewonnen.
Am Abend geht es mit Vorfuehrungen der beiden Gruppen weiter.
cooking project in the morning - Kochprojekt am Morgen
singing and old fashioned games in the evening
Sonnabend, 20. Oktober 2007
Viele weisse Wolken bevoelkern den Himmel - es sind die Ueberreste der Nacht, die die Sonne bald vertreiben wird. Morgens zwischen 9:00 und 10:00 Uhr sind die Strassen einsam und verlassen, denn es ist Shabbat, unserem Sonntag vergleichbar. Die israelischen Schuelerinnen und Schueler haben sich fuer heute etwas Besonderes ausgedacht, den Besuch im "Superland", einem Freizeitpark mit vielen Attraktionen in der Naehe von Rishon Lezion, nicht weit von Ashdod entfernt. Kurz nach 10:00 Uhr sind wir auf dem Weg. Hunderte Familien mit ihren Kindern zieht es auch hierher, darunter auffallend viele Beduinen-Maedchengruppe aus den suedlichen Landesteilen. In der heiteren, friedvollen Atmosphaere geniessen alle die unterschiedlichen Attraktionen. Am spaeten Nachmittag sind wir wieder unterwegs nach Ashdod. Es ist schoen zu sehen, dass bei diesem Austausch wieder alle gut zueinander passen. Es ist, als ob sich schon alle lange kennen.< FONT>
Freitag, 19. Oktober 2007
Die Sonne geht schon kurz vor 6:00 h auf und gleicht schnell den geringen Temperaturverlust der Nacht aus. Um 09:00 h treffen wir uns in der Schule. Alle berichten von einem warmen Empfang in den Familien, vom Treffen am Strand und dem gemeinsamen Cafebesuch. Die Schulleiterin, Frau Goldschmidt, und Camela Levi, die fuer die Organisation des Austauschs zuständig ist, begruessen die Gruppe. Anschliessend bringt der Sportlehrer Shmulik, der uns auch in der naechsten Woche an einem Tag begleiten wird, die gesamte Gruppe mit sportlichen Spielen dazu, Teamgeist zu zeigen und sich zu verstaendigen.
Die Stadtrundfahrt gibt eine erste Orientierung ueber die Stadt, in der man sich eigentlich nicht verlaufen kann, da sie uebersichtlich geplant ist. Wir besuchen das Denkmal aus dem Unabhaengigkeitskrieg von 1948, das alte Fort am Strand, das marokkanischen Mimouna-Gebaeude und stehen schliesslich auf dem Givat Jona, dem Jonahuegel - an dieser Stelle ("Dort, wo der Fluss bei dem Huegel ins Meer muendet.") ist nach alter Ueberlieferung Jona vom Wal an den Strand gespuckt worden.
Da heute Shabbatbeginn ist, ist der Nachmittag fuer Aktivitaeten in der Familie frei.
Es ist s e h r warm!!!
Donnerstag, 18. Oktober 2007
Ein paar Traenen, Abschiedwinken, dann sind wir auf dem Weg zum Flughafen Schönefeld. Die Hinweise für die Sicherheitskontrolle werden noch einmal durchgegangen, die letzten Aenderungen, die in der vergangenen Nacht aus Ashdod mitgeteilt worden sind. Trotz des S-Bahn-Streiks ist die Autobahn so leer, dass wir viel zu frueh in Schoenefeld ankommen - der kleine Panzer der Bundespolizei steht zwar schon da, aber die Vorkontrolle ist noch nicht geoeffnet. Wir sind unter den Ersten, die vom Sicherheitsdienst abgefertigt werden und da unser Austausch auch hier hinreichend bekannt ist, sind wir bald alle durch, nur ein Koffer wird etwas genauer per Hand untersucht. Da in Israel schon im September die Winterzeit begonnen hat, sind wir zeitgleich, daher kommt die Maschine erst um 10:45 h und unser Abflug ist fuer 10:40 h angekuendigt. Fast puenklich hebt die Maschine ab, Berlin liegt weit unter uns, dann verschwindet die Maschine in einer Linkskurve in den Wolken, die fuer die naechsten Stunden den Blick auf die Erde verdecken. Ueber der Tuerkei verziehen sie sich, dann liegt das Mittelmeer unter uns, wir passieren Zypern und schon bald beginnt der Abstieg Richtung Tel Aviv.
Im Flugsteig faellt uns die schwuele Hitze an. Wir brauchen bis zur Gepaecksausgabe ebenso lange wie unserer Koffer. Dieses Mal sind alle da. Wie immer ein bisschen aengstlich und erwartungsvoll geht die Gruppe hinaus in die Ankunftshalle, wo die Schuelerinnen und Schueler aus Ashod schon warten. Die Bilder auf beide Homepages helfen, schnell, den Partner oder die Partnerin zu treffen - und ebenso schnell kommen alle ins Gespraech, so dass es im Bus auch keine gesonderten Gruppen gibt und die Fragen quer durch die Reihen gehen. Auch die erste gemeinsame Aktivitaet fuer den ersten Abend haben alle vereinbart Es ist kurz vor sechs, als wir uns durch den Feierabendverkehr nach Ashdod quaelen und es ist schon stockdunkel. Kurz nach der Ankunft an der Schule sind alle verschwunden ...
Ata medaber iwrit? At medaberet iwrit? Den Studientag am 28. September 2007 nuetzte unsere Austauschgruppe, im Juedischen Museum in erste Geheimnisse der hebraeischen Schriftzeichen, ihren Zahlenwerten und der Sprache einzudringen. Mit Joachim Schwarz Hilfe erschloss sich unter anderem die Symbolik der Stufenanzahl, der Zahl der Schaufäden und die der Kerne in der Granatapfelfrucht. In der Pause galt es, eine weitere praktische Aufgabe zu loesen: Ich fertige mir mein eigenes Falafel-Pitabrot. Danach wurden die Buchstaben geuebt, Wörter entziffert (jetzt kennen wir auch die richtige Uebersetzung fuer yam ha-melach – das Tote Meer ist eigentlich das „Meer des Salzes“) und wichtige Fragen und Antworten geuebt – und ein hebraeisches Lied koennen wir nun auch singen: Nein, es ist nicht „Jonathan, ha-katan …“ (das muessen wir noch einmal in Ashdod ueben), es ist „lakowa scheli …“ – nun sind wir schon fast gut vorbereitet auf Israel. While all the other students had an extra free day, the boys and girls going to Ashdod met in the Jewish Museum for a crash course Ivrith – we learned letters, numbers, words and phrases – and in the end a song. In between each of us made a diy-falafel pita – now we are nearly prepared for
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| dg 19. Oktober 2007 Klicken Sie hier, um zum Anfang zurueckzukehren. This is the link to go back. | |||