Besuch aus/Visitors from Ashdod in Spandau - November 2008 - Online-Tagebuch/Diary

Donnerstag, 27. Nov./Tuesday, Nov. 27th

The Ashdod group has departed with their friends from Spandau at 08:00 h from school by charter bus. We said farewell at the airport. LY 352 is supposed to leave Berlin SXF on time and will be in time at TLV as well. We all miss you.

No, Suzi will not join the flight (not this time)

Security control

Last family picture at SXF airport

                         

                   

 

 

 

 

 

Lehitraot

 

Mittwoch, 26. Nov./Wednesday, Nov. 26th

Nach zwei Unterrichtsstunden trifft sich die Gruppe zur Abschlussrunde. Der Pinguin hilft, dass jeder etwas über seine persönlichen Erfahrungen in diesen vergangenen Tagen sagt - wenn es auch vielen schwer fällt, weil nun der Abschied unweigerlich bevorsteht ... Die Tränen kullern schon jetzt. Der nächste Besuch in Israel steht für den einen oder anderen schon fest.

Eine letzte gemeinsame Aktivität folgt: Bowling!

After taking part in two lessons the group meets for a final talk. A cosy penguin helps to speak about the experience of the past days - although it is hard for most of the students, as they realise that the time for the farewell has come ... And there are already tears. But there is waiting a last mutual activity: bowling!

Dienstag, 25. Nov./Tuesday, Nov. 25th

Heute steht Potsdam auf dem Programm. Der Bus zuckelt von Haltestelle zu Haltestelle, so dass die Fahrt eine Stunde dauert. Es ist kalt und windig, kleine Schneeflocken wirbeln durch die Luft. In der Brandenburger Straße stehen die vielen Buden des Weihnachtsmarktes bereit. Wir aber besuchen erst einmal den Park von Sans Soucis. Der heftiger werdende Schneefall lässt Schloss und Terrassen ein wenig entrücken. Golden leuchtet der Teesalon durch das Weiß. Wir wandern bis zum Neuen Palais, gehen dann zurück zum Schluss und schließlich zum Grab von Friedrich II.

In der freien Zeit in der Stadt können letzte Einkäufe getätigt werden, dann sind wir auf dem Weg nach Spandau.

Schon um 17:00 Uhr treffen wir uns wieder  - unser Abschiedsessen, zu dem auch einige Eltern gekommen sind.

Today we go by bus to Potsdam. It is quite cold, the wind bites a bit, and some snowflakes are to be seen. After a walk through the city center we arrive in the parc of Sans Soucis, the summer palace of Frederick II. Now we have the impression of a real snowfall. We walk all the way down to the New Palace and back to the grave of Frederick II.

In the late afternoon we meet again in Spandau for the farewell dinner.

 

 

 

In the park of Palace Sans Soucis (Potsdam)

Sans Soucis park - New Palace (left, far end), Teahouse (right)

In front of the Neues Palais (New Palace)

 

 

 

Montag, 24. Nov./Monday, Nov. 24th

Nachdem die Schülerinnnen und Schüler aus Ashdod zwei Stunden am Unterricht teilgenommen haben, wird in der Lehrküche ein Teil des Essens für den heutigen Ashdod-Abend vorbereitet: Tomaten, Chinakohl, Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, Äpfel werden sorgfältig klein geschnitten. Nach vier Stunden ist die Küche wieder sauber und alles ist aufgeräumt.

In the morning the students take part in two lessons, and then we prepare a part of the food for tonight's "Ashdod evening": fruits and vegetable have to be cut. After four hours everything is ready, and the kitchen is clean again.

kitchen brigade

Um 18:30 h treffen sich die Gäste, die Gastgeberfamilien und Freunde des Schüleraustauschs mit Ashdod in der Mensa. Dies ist der traditionelle Ashdod-Abend, eigentlich der Abschiedsabend, aber in diesem Jahr bleibt die Gruppe noch zwei Tage länger. Frau Sultan-Dadon von der israelischen Botschaft ist da, ebenso der  frühere Spandauer Bürgermeister Werner Salomon, ein alter Freund Ashdods, Vertreter des Partnerschaftsvereins, des Fördervereins der Bertolt-Brecht-Oberschule und Mitglieder der Schulleitung und des Kollegiums. Herr Möller ermutigt in seiner Begrüßung die Schülerinnen und Schüler, ihre neuen Kontakte über eine möglichst lange Zeit aufrecht zu erhalten. Frau Sultan-Dadon spricht ein Grußwort und dann erhalten die Mutter als Dank Blumen überreicht. Schließlich erhalten alle Teilnehmer des diesjährigen Austauschs ihre Teilnahmeurkunden.

Greetings by the Headmaster, Mr. Möller, and Mrs Anat Sultan-Dadon (Israeli Embassy)

                                              Thanks to the mothers (and fathers)

Thanks to Mr Zippan, Deputy Head, for supporting the exchange

 

In the evening the guests, the hosts and friends of the exchange meet in the school's cafeteria. As a special guest Mrs Sultan-Dadon, member of the Israeli embassy, greets the participants and thanks the school for the efforts during all these years. The mothers get flowers as they did a lot of work, and then every participant gets a document to remember this exchange.

 

 

 

Sonntag, 23. Nov./Sunday, Nov. 23rd

Gegen 09:00 Uhr sind wir wieder unterwegs, nun in Richtung Nordhausen. Unser Ziel ist die Gedenkstätte Mittelbau Dora. Hier wurden ab 1943 in einem riesigen Tunnelsystem die V1- und V2-Waffen, aber auch Flugzeugmotoren durch Zwangsarbeiter produziert. Die ersten Gefangenen kamen aus dem Lager Buchenwald. Mit zunehmender Größe wurde "Mittelbau Dora" zu einem eigenständigen Hauptlager mit rund 40 eigenen Nebenlagern. Bis 1945 werden rund 60 000 Menschen zur Arbeit hierher gebracht, davon stirbt fast die Hälfte an den Folgen der Unterernährung, an Krankheiten, den mangelhaften sanitären Verhältnissen und der fehlenden ärztlichen Versorgung. Bei der Befreiung durch die amerikanischen Truppen am 8. April 1945 finden diese nur noch rund 700 Gefangene vor: Alle anderen sind auf einen der Todesmärsche geschickt worden, um keine Beweise zu hinterlassen.

Der begehbare Teil des Tunnelsystems vermittelt ansatzweise das Grauen, das hier geherrscht haben muss: Bei einer konstanten Temperatur von 8 °C und hoher Luftfeuchtigkeit wurde in 12-Stunden-Schichten gearbeitet, wobei die Verpflegung rund 700 Kalorien betrug - etwa ein Viertel von dem, was bei körperlicher Arbeit notwendig wäre. Nicht nachvollziehbar ist, dass in der Anfangszeit rund 1300 Gefangene auch in einer dieser Stollenkammern untergebracht waren - mit behelfsmäßigen Toiletten und keinerlei Waschgelegenheiten.

Am Krematorium - die Asche der rund 7000 verbrannten Toten wurde einfach den Abhang hinunter gekehrt, findet die Gedenkfeier statt, die Adva mit den Schülerinnen und Schülern aus Ashdod vorbereitet hat.

     Entrance to the tunnel system  

                                                                                  Model of the tunnel system

                             

The Muster Place (Appellplatz)                              

Remembrance

 

Sonnabend, 22. Nov./Saturday, Nov. 22nd

Kurz vor 08:00 h legt unser großer Reisebus ab - die B5 ist außerhalb der Berliner Stadtgrenze noch von Schnee bedeckt, doch die Autobahn ist frei und schon nach kurzer Zeit ist kaum noch Schnee zu sehen. Auf der A2 geht es in Richtung Westen. Nach einer Pause bei Magdeburg fahren wir über Braunschweig in Richtung Harz.

Der Bus parkt  schließlich vor der Kaiserpfalz Goslar - die weite Fläche davor dem Kaiserpalast mit seinem unberührtem Schnee lockt zu einer wilden Schneeballschlacht. Die kleine Innenstadt ist ebenfalls winterlich, wie überall werden auch hier auf dem Marktplatz emsig die Stände für den Weihnachtsmarkt vorbereitet. Wir schauen uns das mittelalterliche Ensemble an und lassen uns dann durch die kleinen Straßen treiben.

Fast mit jedem Meter wird es nach Bad Harzburg auf dem Weg nach Torhaus winterlicher. Der Himmel ist dunkelgrau, doch es schneit leider nicht, dafür streichen bald die Wolken durch die weißgrünen Fichten. Der Parkplatz in Torfhaus ist fast auf den letzten Platz besetzt - für die vielen Familien mit Kindern ist Schlitten fahren angesagt, trotz des heftigen Windes, der in Verbindung mit der feuchten Luft die gefühlte Temperatur deutlich in den Minusbereich verweist. Die eisigen Ohren tauen auf dem Weg nach Osterode wieder auf.

Zimmer beziehen, Betten machen, Abendessen ... Um 20:00 Uhr beginnt unser Spieleabend mit kreativen Spielen.

Goslar - Kaiserpfalz                                                                                         s n o w ! ! !

Goslar   

Goslar

Going up to 800 m in the Harz Mountains

Torfhaus/Harz Mounains: -1 °C, foggy, severe wind (feeling like -20 °C!!!)

This is Detmar - not the one with the big beard ... 

Blue Elephants!!!                                                    Yellow Birds!!!

Red Cats!!!                                                             Green Horses!!!

                                                                         ... sing a song ...                                   Happy Ladybirds ...

 

 

Freitag, 21. Nov./Friday, Nov. 21st

 

 

 

 

SHABBAT SHALOM

 

Wegen der angesagten Wetteränderung verzichten wir auf den Spaziergang zur ehemaligen Grenze. Die Schülerinnen und Schülerinnen bereiten die Gedenkzeremonie am Sonntag vor, dann beginnen wir mit einem kleinen Holzprojekt in der Arbeitslehre-Werkstatt: messen, anreißen, aufbohren, fasen, schleifen, lackieren ... und schon zur zweiten Pause sind die kleinen Leuchter fertig. Während wir arbeiten, geht der Regen in Schnee über. Dicke, wässrige Flocken fallen und überziehen alles mit einem weißen Überzug. Heute ist für alle zum diesem Zeitpunkt Schluss, da auf uns um 17:00 Uhr eine Führung durch das Reichstagsgebäude wartet.

Department of Arbeitslehre - wood project  *** right: new teacher in the department

                                     

  

professional working on the project

                                                                                

                                                        

Production finished

 S N O W !!!

Kurz vor unserer Treffzeit jagt ein dichter Graupelschauer mit heftigem Wind über Berlin. Wir sind priviligiert und müssen nicht wie die Touristen bei diesem Wetter vor dem Haupteingang warten - wir sind schon bald im Warmen. An diesem Abend ist es still im Gebäude, nur wenige Besuchergruppen, keine Abgeordneten, denn es ist keine Sitzungswoche. Wir erfahren etwas über die Geschichte des Bauwerks und seinen Umbau durch den Architekten Sir Norman Foster, nehmen auf der Besuchertribüne Platz und wandern schließlich gemächlich hinauf zum höchsten Punkt der Kuppel.

 Reichstag building, 16:30 h

 Snow in the lights

 Parliament: guided tour

 Parliament, session room

 architectural solution

 on the highest level of the cupula

 

Donnerstag, 20. Nov./Thursday, Nov. 20th

Die Wetterberichte gehen übereinstimmend davon aus, dass das Zusammentreffen der warmen, feuchten Atlantikluft mit der kalten Polarluft ab Freitag einen ersten Wintereinbruch mit Schnee bewirken wird - im Vorfeld soll es heute stürmen und regnen. Es ist dunkelgrau und feucht am Morgen. Nach einer ersten Stunden in der Schule, in der sich die israelische Gruppe auf die Gedenkfeier am Sonntag vorbereitet, fahren wir mit Bus und U-Bahn zur Zitadelle, wo uns ein äußerst intensiver Regen beim Verlassen des Bahnhofs erwartet. Die Feuchtigkeit dringt mehr und mehr durch ...

Wir besichtigen die mittelalterlichen jüdischen Grabsteine, die die erste jüdische Gemeinde, die hier im 13./14. Jh. bestand, hinterlassen hat - gutes Baumaterial, wie die Baumeister der Zitadelle befanden, die mit den fremden Zeichen nichts anfangen konnten und die Steine in die Zitadellenmauern integrierten, wo sie unbeschadet die Zeiten überstanden haben, bis sie bei der Restaurierung der Zitadelle in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts herausgelöst, restauriert und würdig ausgestellt wurden. Die Schülerinnen und Schüler versuchen, die Inschriften zu entziffern - das ist nur bei den Namen einigermaßen einfach. Dieser abgebildete Grabstein wurde für Frau Rischka, Tochter des Rabbiners Mordechai, die im Tewet 109 (1348/1349) gestorben ist, errichtet. 

gravestone for Rischka, daughter of Rabbai Mordechai, who departed in Tewet 109

Wir sind hier in den Kasematten der Zitadelle: Über uns liegen 6 m Erde, die Mauern sind 3 m dick - für die damalige Zeit ausreichender Schutz für die hier lagernde Munition. Seit geraumer Zeit haben die  Fledermäuse Teile der Zitadelle als Winterquartier entdeckt.                                                                                                                                                      

                                                                                                                                                                          

on the ramparts of the Spandau citadel

 medieval punishment     

entrance to the citadel  

Der Regen hat aufgehört, dafür hat der Wind kräftig zugenommen. Auf unserem Weg zum Rathaus kommen wir an dem Gedenkstein für die in der Progromnacht zerstörte Synagoge der jüdischen Gemeinde zu Spandau vorbei. 

Empfang beim Bürgermeister: Herr Birkholz heißt die Gäste aus der Partnerstadt willkommen, erinnert an die lange Verbindung der beiden Städte und gibt einen kurzen Überblick über Spandau: noch immer größter Industriestandort Berlins mit Firmen wie Siemens, Osram, BMW oder Bausch und Lomb, aber mit hoher Wohnqualität - rund 1/5 der Bezirksfläche besteht aus Wasser, 1/5 aus Wald und 1/5 wird noch immer landwirtschaftlich genutzt.                                                                                                       

 

 

Adva hands over the present to Mayor Birkholz

 

 The Mayor's Ashdod collection

 

Mittwoch, 19. Nov./Wednesday, Nov. 19th

Working together (kitchen in the Department Arbeitslehre/World of Work) ...

Heute beginnt der Schultag zusammen mit einem Wahlpflichtkurs Arbeitslehre, der sich gerade im Rahmen der Lebensmittelverarbeitung mit unterschiedlichen Kuchenteigen beschäftigt. Gemeinsam - das muss man als Schüler/in der siebten Klasse schon ein bisschen pfiffig sein - wird der Mürbeteig hergestellt, die Füllung aufgebracht und der Teig schließlich gerollt. Und wie es sich gehört, wird anschließend gemeinsam abgewaschen, sauber gemacht und aufgeräumt. Weil alles schnell und gut über die Bühne geht, bleibt noch Zeit zum gemeinsamen Spielen - ohne Sprachbarrieren.                                                                                   

... and playing together (extracurricular department)

Die nächsten beiden Stunden nehmen die Gäste am Unterricht teil, dann machen wir uns auf den Weg zur Gedenkstätte Villa Wannseekonferenz. Hier wird die Gruppe geteilt, es gibt eine Führung durch die Ausstellung auf Ivrith und auf Deutsch, die das ergänzen, was wir unter anderen Gesichtspunkten im Diasporamuseum und in Yad Vashem gehört und gesehen haben.

Hier, an diesem Ort, haben die Schreibtischtäter verabredet, wie der organisierte Mord an den Juden in den besetzten und noch nicht besetzten Gebieten vonstatten gehen sollte.

 

 

House of the Wannseeconference

 

 

 

 

 

 

 

 

camps for forced labor as parts of the Sachsenhausen Concentration Camp in/next to Spandau: 

(1*) Falkensee: DEMAG and RAW (Reichsbahnausbessrungswerk) Grunewald

(2*) Spandau: Siemens & Schuckert

(4*) Spandau: Deutsche Industrie Werke AG

* more than 1000 inmates

(21) Staaken: DEMAG (between 500 and 1000 inmates)

 

 

Dienstag, 18. Nov./Tuesday, Nov. 18th

Today we visited the East part of Berlin. Our trip focused mainly on Jewish establishments such as the "new" synagogue, the Otto Weidt museum, dedicated to Otto Weidt, who in his factory gave shelter to numerous blind people during the war, and a monument in honor of 55,000 jews who were deported from Berlin camps to Auschwitz and Theresienstadt. We also visited the back yards of East Berlin building complexes, some of which were restored, but others remained as they were found right after the city was reunited.

The highlight of today’s tour of course was the Beth Cafe – a kosher resaurant, where they served fake falafel and thin pita.

Das heutige Programm beginnt mit dem Besuch eines Ausstellungsbusses der Jugendgeschichtswerkstatt Spandau, deren Mitglieder Zeitzeugen der Progromnacht vom 9. November 1938 in Spandau befragt und deren Erleben protokolliert haben. Eine Karte zeigt die Orte in Spandau, an denen sich KZ-Außenlager für Zwangsarbeiter befunden haben - viele rote Vierecke, dagegen nur wenige grüne Kreise, die für Widerstandsaktionen stehen. Ein weiterer Teil der Ausstellung ist den aufrechten Spandauern gewidmet, die in der NS-Zeit Widerstand geleistet haben und auch die Auseinandersetzung im Zuge der Rückbenennung der Jüdenstraße ist dokumentiert.

partnership document BBO - Makif Het

nearly accident

mixing groups

                                        

Spandau main station

Mit dem Bus und der S-Bahn fahren wir bis zum Bahnhof Hackescher Markt. Nicht weit entfernt erinnert eine Litfasssäule an eine Widerstandsaktion: Bei der Umsetzung der "Endlösung der Judenfrage", wie die planmäßige Ermordung von 11 000 000 Juden in Europa im Protokoll der Wannseekonferenz bezeichnet wird, wurden bei den folgenden Deportationen die ausgenommen, die mit "arischen" Ehepartnern verheiratet waren. Als schließlich auch diese "Priviligierten" deportiert werden sollten, gelang es den Frauen und Männern allein durch ihre tägliche Anwesenheit vor dem Gefängnis in der Rosenstraße, dass die Verhafteten schließlich freigelassen wurden.

Auch der nächste Schauplatz hat etwas mit Zivilcourage und dem Überleben zu tun: Otto Weidt, der unweit eine Blindenwerkstatt für alle Sorten von Bürsten betrieb, gelang es, einen Teil seiner Arbeiter gegen Warenlieferungen der SS wieder abzukaufen. Die bekannteste Angestellte von Otto Weidt war Inge Deutschkron, die anschließend in Berlin mit ihrer Mutter im Untergrund überlebte, später nach Israel ging und eine wichtige Journalistin wurde, die zum Beispiel David Ben Gurion auf den Reisen begleitete, als es um die Wiedergutmachungsverhandlungen zwischen Deutschland und Israel ging - und aus der sich die Freundschaft zwischen David Ben Gurion und Konrad Adenauer entwickelte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Blindenwerkstatt Otto Weidt, vorne in der Mitte Inge Deutschkron *
workers of Otto Weidt's small factory, front middle: Inge Deutschkron, she survived with her mother in Berlin with help of shelter given by different persons

Für die Schülerinnen und Schüler aus Ashdod ist es eine Überraschung, dass Chaim, der am Empfang des kleinen Museums sitzt, sie auf Ivrith begrüßt - er hat lange in Israel gelebt und ist nicht nur wegen seines Bartes in Berlin so etwas wie eine Berühmtheit.

Wir erkunden weiter das ehemalige Scheunenviertel, das Viertel derer, die Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts zu den armen Leuten gehörten, darunter auch viele Juden, die aus dem Osten zugezogen waren, hier Fuß gefasst hatten und ihren Gewerben nachgingen. Kein Wunder also, dass hier, um die Große Hamburger Straße und die Oranienburger Straße, sich eine Vielzahl von Einrichtungen der jüdischen Gemeinde befanden: die Knabenschule, deren Gründung auf Moses Mendelssohn zurückgeht (die heutige jüdische Oberschule), das Altersheim und ein Friedhof - im Krieg zerstört, ein Denkmal erinnert daran, dass von hier aus über 55 000 jüdische Bürgerinnen und Bürger nach Theresienstadt und Auschwitz deportiert worden sind - die Neue Synagoge, die zeigen sollte, dass Ende des 19. Jh. die jüdische Gemeinde in der Mitte der Gesellschaft angekommen war, die der Polizeihauptmann Wilhelm Krützfeld in der Progromnacht von 1938 vor der Zerstörung geschützt hat (ein weiteres Beispiel für Zivilcourage), die ehemalige jüdische Mädchenrealschule in der Auguststraße, in der bis nach der Wiedervereinigung die Ost-Berliner Bertolt-Brecht-Oberschule untergebracht war ...

 Looking for some food in the backyards of East-Berlin

                                         

                                                                                          

East-Berlin backyards: Hackesche Höfe

memorial for the deported Jews of Berlin                                                            New Synagogue

 

 

 

 

 

Unsere Erkundung endet im Beth Cafe, dem koscheren Café der Synagogengemeinde Adass Yisroel - dann sind wir wieder auf dem Weg nach Spandau.

 

 

 

 

Back to Spandau

 

 

 

 

 

 

 

 

Montag, 17. Nov./Monday, Nov. 17th

 On the second day of our visit, we travelled by the underground train to the west part of Berlin. We visited on of the more affluent part of the city called Charlottenbrg, where you can find a shirt for  € 100. We also saw churches from different eras and even visited one of them. One of the more memorable sites we visited was the Jewish Community Center, where we were able to speak Hebrew and Russian to the employees.

Wir treffen uns in der Schule - auf dem Gang hängt die Ausstellung mit den vielen Bildern von unserem Aufenthalt in Ashdod: Erinnerungen ... Die Austauschschülerinnen werden bei DiGiPhoto für ihre Schülerausweise fotografiert, dann begrüßt Herr Möller die Gruppe und wünscht allen einen interessanten und eindrucksvollen Aufenthalt. Bevor die erste Erkundung beginnt, gibt es noch einige Hinweise auf Besonderheiten: der Radweg und die militanten Radfahrer, die Pfandflaschen, die Mülltrennung, die nicht kostenlosen Tragetaschen im Supermarkt und kostenpflichtiges Ketchup bei McDonald's ...

At school

Nach der Pause machen wir uns auf den Weg zur ersten Erkundung - weil viele noch nie mit einer U-Bahn gefahren sind, entschließen wir uns für dieses Verkehrsmittel. Erste Station ist das Haus der jüdischen Gemeinde in der Fasanenstraße, das uns gastfreundlich aufnimmt. Wir sehen uns die großbürgerlichen Wohnhäuser in den Nebenstraßen des Kurfürstendamms an und gelangen schließlich zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, deren blau schimmernden Raum wir uns ansehen. Danach gibt kann das Angebot der umliegenden Geschäfte in Augenschein genommen werden, bevor wir wieder mit der S-Bahn zurück nach Spandau fahren, wo uns die Gastgeber schon mit weiteren Plänen erwarten.

Jewish Community Center     

 

 

 

 

 

 

          

Kurfürstendamm - main shopping street in the City West

Housing areas in Charlottenburg

Promised?                                                            Christmas tree and Memorial Church

Tower of Memorial Church                            On the way back to Spandau

Sonntag, 16. Nov./Sunday, Nov. 16th

Adva's comment you will always find written in green.

Ein schöner Spätherbstmorgen - es ist kühl, aber die Sonne scheint. Das Mobiltelefon meldet für LY 351 keine Verspätung und pünktlich steht das Empfangskomitee in der Ankunftshalle mit bunten Schildern und Luftballons. Madeleines Bruder hat das Saxophon dabei: Kein Empfang ist wie der andere.

Nach langem Warten erscheint Adva als erste - und die Wiedersehensfreude ist groß. Kaum 12 Tage sind seit dem Abschied in Ashdod vergangen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                               

Es hat so lange gedauert, weil Maxims Koffer nicht da war. Bei Globe Ground - Lost and Found - wird der Fall aufgenommen. Offensichtlich sind auch andere Gepäckstücke dieses Fluges nicht angekommen, dafür wird ein Herr F... gesucht, dessen Koffer einsame Runden auf dem Gepäckband drehte. Der Fall wird aufgenommen und wir wollen gerade gehen, als ein jüngerer Herr erscheint, weil der Koffer, den er auf dem Trolly hat, nicht seiner ist. Dieser Koffer, den er anbringt, trägt eine riesige blaue Schleife ... Es ist Maxims Koffer. Der Junge (immerhin schon sicherlich Ende 20) sei das erste Mal geflogen, entschuldigt sein Begleiter. Erleichtert können wir nun alle Richtung Spandau fahren, wo schon die Mittagessen warten.

Um 15:00 h treffen wir uns am Rathaus - der heftige Wind treibt Wolken über den Himmel, doch hin und wieder kommt die milde Wintersonne durch. Die gefühlte Temperatur ist deutlich unter der gemessenen. Wir machen einen kleinen Bummel durch die Altstadt, damit sich jeder in den nächsten Tagen orientieren kann. Auf dem Marktplatz gibt es die erste Gelegenheit, noch einmal den "Jamus" zu tanzen - das ist bei der subjektiven Kälte weniger einfach.

Spandau - Town Hall with the coat of arms of the twinned cities

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

the market place of Spandau Old City - opposite the Café Fester - and we know at least one person in Ashdod (and sourrounding areas) who would like to be with us ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Medieval church in Spandau

 

Hello everyone,

The meeting at the airport was very emotional. The German delegation met us with ballons and welcome signs, but most moving of all was "The Tikva" played by Madelein’s brother on the saxophone.

Everyone was so happy to see each other, they hugged and kissed and hugged some more and then left with their hosts. Later, we met in the center of Spandau, and took a walk in the freezing cold weather, saw some beautiful old buildings and got to know the area a little bit.

We are meeting at the school tomorrow morning. Can’t wait to see what tomorrow will bring...

 



dg

16. November 2008

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