Studienreise nach Krakau und Auschwitz

Vom 1. bis 6. Juni 2009 fand unsere Studienreise nach Krakau und Auschwitz statt. Die vierzehn Schülerinnen und Schüler und die beiden Lehrer hatten ein dicht gedrängtes Programm. Natürlich waren wir auch zu Gast bei der Partnerschule, dem II. Lyzeum in Krakau. Ein weiterer Hauptpunkt war der Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz, und des Vernichtungslagers in Birkenau. Ein Bericht und Bildeindrücke werden hier dokumentiert.

Erste Bilder, ein Bericht und eine Bildergalerie


Schulpartnerschaft mit Krakauer Schule

Es ist endlich soweit. Nach langer Suche ist es gelungen, für die Bertolt-Brecht-Oberschule eine Partnerschule in Krakau/Polen zu finden. Die Arbeitsgemeinschaft "Krakau und Auschwitz", die ja bekanntlich schon mehrere Jahre mit Schülerinnen und Schülern nach Krakau und Auschwitz fährt, konnte mit engagierter Hilfe des Auswärtigen Amtes fündig werden. Diese Hilfe verdanken wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier. Am 9. März 2009 wird dann im Beisein des Außenministers und einer Delegation (fünf Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrerin) des II. Liceum Krakau diese Schulpartnerschaft eingeläutet. Anfang Juni werden wir - die Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft - dann bei unserem Aufenthalt in Krakau und Auschwitz die Schule besuchen. Link zur Schulhomepage: www.sobieski.krakow.pl

Bilder vom Besuch im Bundestag


Geschichte hat ein Gesicht

Am 29. September organisierte die Arbeitsgemeinschaft „Krakau und Auschwitz“ wieder eine Veranstaltung mit einer Zeitzeugin. Geladen war die 83-jährige Eugenia Platonova, geborene Kumurschi, eine Ukrainerin, die 1942 von den Nationalsozialisten nach Deutschland zur Zwangsarbeit verschleppt wurde. Geboren in Mariupol am Asowschen Meer wurde sie 16-jährig zusammen mit 300 weiteren Jugendlichen deportiert. In Menden bei Iserlohn musste sie unter schwersten Bedingungen in den Metallwerken Schmöle Zwangsarbeit leisten. Schon bald zeichneten sie Krankheiten. Eine Nonne, die als Krankenschwester tätig war, nahm sich ihrer an, pflegte sie und konnte sogar eine Unterbringung in einem Krankenhaus erreichen. Nur durch ihre Zivilcourage wurde Eugenia gerettet und durfte bis zum Kriegsende in einem Sanatorium arbeiten. Als sie 1945 nach Kriegsende zurück kam, litt sie jahrelang unter Depressionen als Folge der Verschleppung. Dazu kam, dass sie unter Stalin wegen ihrer Arbeit in Deutschland als „Volksverräterin“ angesehen wurde. Nach zahlreichen Hürden ist sie inzwischen als ehemalige Zwangsarbeiterin anerkannt und hat zum ersten Mal den Mut gefunden, nach Deutschland zu kommen. Ihr besonderer Wunsch war es, der Franziskaner-Nonne für ihre mutige Hilfe zu danken. Leider war sie schon verstorben, aber im Kloster noch in guter Erinnerung. Die Fragen der 35 anwesenden Schülerinnen und Schüler nahm Eugenia äußerst interessiert auf und beantwortete sie, ergänzt durch anschauliche Details, bereitwillig. Am Ende lobte sie das Engagement der Schülerinnen und Schüler. Ermöglicht haben uns diese Veranstaltung die beiden Leiterinnen des Berliner Dokumentartheaters, Marina Schubert und Katharina Goebel, die auch als Übersetzerinnen fungierten. Holger Schmidt und Erich Becker

Bilder


Tagesfahrt nach Stettin/Polen

Schülerinnen und Schüler der Arbeitsbemeinschaft "Krakau und Auschwitz" haben einen Tag in Stettin verbracht. Dabei haben sie nahezu alle historischen Bauten besucht. Höhepunkt der Exkursion war der Aufstieg zum Schlossturm und vor allem der Blick von der Aussichtsplattform auf Stettin.

Bilder der Exkursion


Gedenkfeier zur Erinnerung der NS-Zangsarbeit

Zum dritten Mal beteiligen sich Schülerinnen und Schüler der Bertolt-Brecht-Oberschule an der Gedenkveranstaltung zum 8. Mai. im Evangelischen Waldkrankenhaus. Um 9.00 Uhr eröffnete der ehemalige Bezirksbürgermeister Werner Salomon die Veranstaltung mit einer Ansprache am Mahnmal zur Erinnerung an die NS-Zwangsarbeit. Anschließend konnten die zahlreichen Schülerinnen und Schüler sowie Gäste einer Präsentation des Abiturienten Patrick Schmett zu den gigantomanischen Plänen des NS-Regimes "Germania und die Arbeiterstadt Große Halle" folgen. Unter dem Titel "Erinnerungen für die Zukunft" fand mit Schülerinnen und Schülern der "AG Krakau und Auschwitz" und mit Schauspielern des Dokumentartheaters unter Leitung von Marina Schubert eine szenische Lesung statt.

Einige Bilder dazu folgen hier.




Zug der Erinnerung - Bahnhof Grunewald 21.April 2008

 

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft "Krakau und Auschwitz" besuchten den "Zug der Erinnerung" am Bahnhof Grunewald. Von hieraus wurden Tausende von 1941 bis 1945 in Vernichtungslager geschickt. In der Ausstellung des Zuges wurden vor allem Kinderschicksale dokumentiert.




"Am Ende kommen Touristen"

Diskussionsveranstaltung am 12. 12. 2007 mit dem Filmregisseur und ehemaligen Schüler der BBO Robert Thalheim sowie dem Zeitzeugen Henry Schwarzbaum vor über 300 Brecht-Schülern im Cineplex Spandau.

 

Schüler der 10. bis 13. Klassen der BBO haben sich den Film „Am Ende kommen Touristen" angesehen und die Möglichkeit genutzt, viele interessante Fragen zu dem Film und seinem Inhalt an die eingeladenen Gäste zu richten.

In dem Film reflektiert Robert Thalheim seine Zeit als Zivildienst-leistender in Auschwitz/Ocewiecim. Seine Absicht war nicht, einen Dokumentarfilm über Auschwitz zu drehen, sondern er schildert den Umgang der Einwohner mit der Vergangenheit ihres Ortes im Alltag und kritisch die Tätigkeit der dort ansässigen Begegnungsstätte, die dem Museum Auschwitz angegliedert ist. Viele Schüler waren anfangs irritiert wegen des offenen Endes des Films, andere dagegen empfanden den Schluss überhaupt nicht als offen. Ausführlich berichtete Thalheim über die Drehbedingungen vor Ort und darüber, wie sein Film im Ausland (inzwischen auch in Israel) aufgenommen worden ist.

Henry Schwarzbaum war Insasse des Lagers Birkenau und später als Zwangsarbeiter im Außenlager Bobrek für die Firma Siemens tätig.

Wie die Filmfigur Krzeminski ist Henry Schwarzbaum seit einigen Jahren bereit, Jugendlichen mit großer Eindringlichkeit von seinen schrecklichen Erlebnissen in Auschwitz zu berichten.

Im Gegensatz zu der im Film dargestellten Gesprächssituation mit Lehrlingen zeigten die Schüler der BBO ehrliches Interesse und starke Anteilnahme.

Für die meisten Schüler wird die Veranstaltung bestimmt einen großen Erinnerungswert an ihre Schulzeit behalten.

    

      

   

 




Eine Veranstaltung am 5. November 2007 mit dem Zeitzeugen Henry Schwarzbaum

“Das war ein anderer Planet, wo wir gelebt haben“

Eine Veranstaltung am 5. November 2007 in der Bertolt-Brecht-Oberschule mit dem Zeitzeugen Henry Schwarzbaum

 

Geladen hatte die Arbeitsgemeinschaft “Krakau und Auschwitz“ zu einer Veranstaltung mit Henry Schwarzbaum, der als jüdischer Häftling das Konzentrationslager Auschwitz überlebte. Eindrucksvoll berichtete der heute 86-Jährige den anwesenden Schülerinnen und Schülern und Lehrern über seine Odyssee. In Hamburg-Altona geboren, wo er das Abitur ablegte, zog die Familie dann in das vorwiegend von Juden bewohnte Städtchen Bendzin in Polen, woher die Mutter stammte und wo eine umfangreiche Verwandtschaft lebte. Unmittelbar nach dem Einmarsch der Wehrmacht musste die Familie im Ghetto leben, bis sie im August 1943 nach Auschwitz-Birkenau, dem Vernichtungslager der Nationalsozialisten, deportiert wurde. Die Eltern wurden unmittelbar nach der Ankunft vergast. Henry Schwarzbaum war jung und er sollte, bevor ihn dasselbe Schicksal ereilen sollte, noch arbeiten. Durch Glück und Courage wurde er durch Siemens zur Zwangsarbeit für das Außenlager Bobrek bei Auschwitz angefordert. Diese Maßnahme rettete ihm zunächst das Leben, aber er musste von nun an mit der ständigen Angst vor den Selektionen und der im Anschluss erfolgenden Vergasung “leben“. Hunger prägte die kommenden Zeiten.

Bewegt schilderte Herr Schwarzbaum, wie im Bendziner Ghetto direkt neben ihm ein kleines rothaariges Mädchen von einem SS-Offizier erschossen wurde, weil es sich von der Sammelstelle vor der Deportation entfernt hatte, aber auch von einem älteren Soldaten, der sich geweigert hatte, eben dieses Mädchen zu ermorden. Darüber hinaus berichtete er, dass die Siemens-Mitarbeiter die Zwangsarbeiter im Rahmen der außergewöhnlichen Situation anständig zu behandeln versuchten, zum Beispiel wurden die mit „Herr“ angeredet.

Nach der Auflösung  des KZ Auschwitz führte ihn sein Leidensweg über das Konzentrationslager Buchenwald in das KZ Sachsenhausen. Wieder wurde er von Siemens angefordert und musste nun im Außenlager Spandau-Haselhorst arbeiten. Nach der Bombardierung des Lagers begann der so genannte Todesmarsch in Richtung Ostsee mit dem Ziel im Meer ertränkt zu werden. Erst kurz vor Schwerin endete Henry Schwarzbaums Martyrium mit der Befreiung durch amerikanisches Militär.

Die für uns unvorstellbaren Erlebnisse der Pein und die Schilderungen der unmenschlichen Brutalitäten der SS-Schergen schufen im Raum eine Atmosphäre, die eine sonst übliche Betroffenheit bei weitem überstieg. Die Zuhörer waren emotional kaum in der Lage, Fragen zu stellen, gleichzeitig bewunderten sie Herrn Schwarzbaum, wie er oft selbst um Fassung ringend, über diese schrecklichen Erlebnisse berichtete.
Erst vor zwei Jahren, bei einer Veranstaltung an der BBO mit ihm und drei weiteren Zwangsarbeitern aus Bobrek und Haselhorst, sprach er zum ersten Mal öffentlich über seine Leidensgeschichte. Wir sind ihm unendlich dankbar, dass er uns seitdem immer wieder als Zeitzeuge hilft, Geschichte begreifbar zu machen.
Schülerinnen und Schüler der Arbeitsgemeinschaft “Krakau und Auschwitz“, die sich dieser Aufklärungsarbeit verschrieben haben, konnten mit Fördermitteln der BVV Spandau, auf die allerdings erst nach einem Einsatz des Stadtrats Hanke zurückgegriffen werden konnte,  im Juni des Jahres erneut eine Studienfahrt nach Auschwitz durchführen. In einem Treffen danach sicherte der Stadtrat diesen Aktivitäten seine weitere Unterstützung zu. Auch dafür sei noch einmal ausdrücklich gedankt!

Erich Becker/Holger Schmidt

 

 




Recherche im Landesluftbildarchiv Berlin

 Am 11. Oktober 2007 besuchten wir mit Herrn Schmidt das Landesluftbildarchiv Berlin. Laut der Erinnerung von Herrn Schwarzbaum (geb. 1921, Hamburg), der das KZ Auschwitz-Birkenau überlebt hatte und später in einem Arbeitslager in Berlin/Haselhorst ebenfalls für die Firma Siemens arbeiten musste, befand sich dieses auf dem Gelände, wo heute die Metro ist. (Nonnendammallee/ Paulstern­straße). Die Firma Siemens bestreitet diesen Tatbestand. Deshalb beschlossen wir an­hand vorhandener Luftbildaufnahmen aus der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegs­zeit uns selbst ein Bild zu machen, ob sich Herr Schwarzbaum richtig erinnert.

 

Im Landesluftbildarchiv am Fehrbelliner Platz 1 wurden wir von dem Leiter des Archivs, Herrn Pasumka empfangen, der sich sehr hilfsbereit zeigte und uns zudem ausführlich über seine Tätigkeit im Archiv informierte. Nach dem Eingeben der entsprechenden Daten, fand er mehrere Fotos, die neben den Zwangsarbeiterlagern in der Paulsternstraße, die von Siemens bestätigt werden, auf dem heutigen Metro-Gelände ein lagerähnliches Gebiet zeigen. Deutlich ist auf einem Foto von 1943 eine größere Lagerhalle zu erkennen, die Herr Schwarzbaum erwähnt hatte. Nach dem Betrachten mehrerer anderer Aufnahmen aus dieser Zeit fanden wir auch ein interessantes Luftbild von 1949. Darauf konnten wir deutlich einen Teppich von Bombentrichtern erkennen, welcher sich ausschließlich auf die erwähnten Gebiete beschränkte. Diese Bombardierung, bei der viele Menschen ums Leben kamen (vor allem die Bewacher), hatte Herr Schwarzbaum erlebt und davon berichtet.

              

Wir sind uns jetzt sicher, dass unsere Recherche die Erinnerungen und Aussagen von Herrn Schwarzbaum bestätigt. Gleichzeitig werden unsere Zweifel an den Aussagen des Siemens-Archivs in München bekräftigt, dass das Gelände der Metro nie ein Teil des Arbeitslagers gewesen ist. Diese Recherche war sehr erfolgreich. Wir haben jetzt Abzüge der Luftbilder in Groß­britannien bestellt. Die Universität Keele besitzt die Urheberrechte daran und stellt gegen Bezahlung (nicht wenig!) die Bilder zur Verfügung. Sobald wir sie erhalten haben, werden wir diese Herrn Schwarzbaum vorlegen. Und dann sehen wir weiter...

Berit Walter, Mercedes Nischan, Carmen Wachowski




Studienfahrt nach Krakau und Auschwitz im Juli 2007

Vom 1. Juli bis zum 5. Juli 2007 findet wieder eine Studienfahrt der AG nach Krakau und Auschwitz statt. Die BVV Spandau hat unserem Förderungsantrag (1500,-Euro) zugestimmt, so dass unserem Unternehmen nichts mehr im Wege steht. Unser besonderer Dank geht an Volksbildungsstadtrat Herrn Hanke.
Für die 14 Schülerinnen  und Schüler aus den 10. und 11. Klassen wird diese Fahrt ein prägendes Erlebnis werden. eb
 
Inzwischen hat die Studienfahrt stattgefunden, ein Bericht darüber ist bereits in Arbeit. Er wird alsbald hier zu finden sein. Am Freitag, den 13.07.07 werden wir Volksbildungsstadtrat Herrn Hanke davon berichten und uns für seine Unterstützung bedanken. 
 

Brecht-Schüler in Krakau & Auschwitz

 

Vom 1. bis zum 5. Juli 2007 fuhren Schülerinnen und Schüler der zehnten und elften Klasse der Bertolt-Brecht-Oberschule mit den Lehrern Erich Becker und Holger Schmidt nach Krakau und Auschwitz. Die Fahrt bot viele Möglichkeiten etwas über die Geschichte und Kultur Krakaus zu erfahren. So begaben wir uns zum Beispiel auch auf die Spuren des jüdischen Krakau und suchten die Emaillefabrik Oskar Schindlers auf. Im Mittelpunkt der Fahrt stand allerdings der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz und das vom Stammlager wenig entfernte Vernichtungslager Birkenau, bei dem sich die Studien-fahrtsteilnehmer von den Schrecken des Nationalsozialismus überzeugen konnten. Sehr interessiert, aber auch sehr bedrückt verfolgte die Gruppe die kompetente Führung einer polnischen Lehrerin durch das ehemalige Lager. Immer wieder wurden uns die unermesslichen Gräueltaten der Nazi-Schergen vor Augen geführt.

Stattfinden konnte die Fünftagefahrt jedoch nur, weil die Bezirksverord-netenversammlung von Spandau dieses Projekt mit 1500 Euro bezuschusste. Besonderer Dank geht an den Stadtrat für Bildung, Kultur und Sport Gerhard Hanke (CDU) für seine engagierte Unterstützung.

Zu Beginn der Schulferien konnten wir in einem ausführlichen Gespräch mit dem Stadtrat unsere Erlebnisse und Gefühle in der Gedenkstätte Auschwitz schildern. Interessiert wurde von ihm nachgefragt, insbesondere wollte er wissen, wie wir unsere Erfahrungen an andere Schüler weitergeben wollten.

 

Für die Arbeitsgemeinschaft „Krakau und Auschwitz“                       Patrick Wolf   

 

Programm der Studienfahrt


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