Brecht-Oberschule

Bertolt-Brecht-Oberschule

Berlin-Spandau
Integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe

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Robert Thalheim, Regisseur

Robert Thalheim wurde 1974 in Berlin geboren und machte als Austausch­schüler einen High-School-Abschluss in den USA, drei Jahre später, im Jahr 1995, das Abitur an der Bertolt-Brecht-Oberschule in Berlin-Spandau. Kurz darauf führte er bereits Co-Regie bei einem Dokumentarfilm des Senders Freies Berlin. Als Ersatzdienstleistender der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste arbeitete er danach in der Pädago­gischen Abteilung der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim, Polen. Der Aufenthalt dauerte 18 Mona­te. In den folgenden Jahren arbeitete Thalheim als Regieassistent an der Theaterbühne des Berliner Ensembles und studierte zwei Jahre lang Neue Deutsche Literatur, Geschichte und Politik an der Freien Universität Berlin. Dabei war er auch publizistisch tätig. Er war Mitbegründer des mittelost­europäischen Kulturmagazins „Plotki" und veröffentlichte 2000 zusammen mit Stefan Meyer das Buch „Asche oder Diamant? Polnische Geschichte in den Filmen von Andrzej Wajda". Darin befasste er sich mit polnischen Regisseuren wie Wajda, Krzysztof Kieslowski und Roman Polanski, die er heute zu seinen wichtigsten Einflüssen zählt. Ebenfalls im Jahr 2000 begann er sein Studium der Filmregie an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. Nach vier Kurzfilmen entstand dort 2005 der Spielfilm „NETTO“, der zahl­reiche Preise gewann: den Förder­preis beim Max-Ophüls-Festival, den Jurypreis der internationalen Filmfest­spiele Berlin in der Reihe „Perspektive Deutsches Kino" sowie den „Deut­schen Filmkunstpreis". „NETTO“ erzählt die rührend-komische Geschichte eines Jungen, der sich um seinen fantasiebegabten, aber arbeitslosen Vater kümmert. Im Jahr 2006 schloss Thalheim auch sein Filmstudium erfolg­reich ab. Mit „AM ENDE KOMMEN TOURISTEN“, seinem zweiten Spielfilm, verarbeitete er seine Erlebnisse und Eindrücke in Oświęcim. 

Geschichte der Stadt Oświęcim/ Auschwitz

Das genaue Gründungsdatum von Oświęcim, das bereits im 12. Jahrhun­dert als polnisches Herzogtum erwähnt wurde, ist unbekannt. Als relativ sicher gilt, dass der in der Woiwodschaft Kleinpolen (Wojewodztwo malopolskie) etwa 60 Kilometer westlich von Krakau am Zusammenfluss von Sola und Weichset gelegene Ort um 1272 aus der Hand des Oppelner Herzogs Wladyslaw (Ladislaus) I. das Stadtrecht erhielt. Trotz mehrfach wechselnder politischer Zugehörigkeit lebten über Jahrhunderte hinweg deutsche Siedler, die den Ort Auschwitz nannten, und die polnische Bevölkerung friedlich zusammen. Im Jahr 1327 kam die Stadt zum Königreich Böhmen, 1348 setzte sich Deutsch als Amtssprache durch. 1457 wurde der Ort durch Kauf wieder polnisch, 1772 kam er vorüber­gehend zu Österreich und 1818 wurde er auf dem Wiener Kongress als Teil Schlesiens dem Deutschen Bund zugeordnet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt wieder pol­nisch.

Nach dem deutschen Überfall auf Polen und der Errichtung des soge­nannten Generalgouvernements 1939 begannen die Nationalsozialisten dort ab Mai 1940 mit dem Bau eines Konzentrationslagers für polnische, zumeist politische Gefangene, das Kurz darauf als Vernichtungslager für Juden aus ganz Europa, aber auch für ande­re verfolgte Gruppen wie etwa Sinti und Roma ausgebaut und unter dem Namen Auschwitz-Birkenau bekannt wurde. Nach dem Krieg wurde ein noch vor 1945 von Zwangsarbeitern der IG Farben Werke errichtetes und später neu aufgebautes Chemiewerk zum größten Arbeitgeber. Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten inves­tiert die Industriestadt seit 1990 ver­stärkt in Dienstleistung, Handel und Tourismus. Neben der Gedenkstätte, dem Staatlichen Museum Auschwitz-­Birkenau, das bisher 25 Millionen Menschen besuchten,, verfügt der Ort im Stadtzentrum seit 2000 auch über das Auschwitz Jewish Center mit einer nach alten Plänen neu errichte­ten Synagoge und einer Ausstellung über das jüdische Leben in Oświęcim vor 1939. Damals lebten dort rund 12.000 Menschen, davon über die Hälfte Juden. Heute zählt die Stadt etwa 50.000 Einwohner, aber es gibt keine jüdische Bevölkerung mehr. Die wenigen überlebenden Juden zogen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs weg. 1998 wurde die Stadt von den Vereinten Nationen für ihre Bemühungen um Frieden mit dem Titel „Attorney of Peace“ (Anwalt desFriedens) geehrt.

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. Februar 2011 um 16:51 Uhr  

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