Außenminister Frank-Walter Steinmeier an der BBO

Außenminister appelliert an Spandauer Jugendliche
Dienstag, 10. März 2009 02:17 - Von Florentine Anders
"Das glaubt mir meine Mutter nie", sagt die 17-jährige Kine von der Bertolt-Brecht-Oberschule. Doch die Schülerin hat den Beweis in ihrem Handy gespeichert: ein Foto von Frank-Walter Steinmeier, Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat der Bundesrepublik Deutschland, zum Greifen nahe in ihrer Schulmensa.
Dass er ausgerechnet an diese Gesamtschule kommt, wo sie doch so weit weg in Spandau liegt, damit habe sie nicht gerechnet. Etwa 200 Schüler der gymnasialen Oberstufe drängen sich in den Raum, um den prominenten Gast zu sehen und zu hören.
Steinmeier kommt zügig zur Sache, ohne Händeschütteln oder freundliche Floskeln. Er hat ein ernstes Anliegen. Europa sei Folge von drei grauenhaften Kriegen, sagt er. In Brüssel gehe es nicht nur um den Krümmungsgrad von Gurken oder um den Salzanteil im Brot, sondern vor allem darum, den Frieden in Europa zu bewahren.
Wer immer Europa verspotte, solle sich auf den Friedhöfen in Europa die Kriegsgräber ansehen. "Wir brauchen euch alle, die nächste Generation, damit dieses Projekt Europa nicht nur auf 50 Jahre zurückschauen, sondern auch 50 Jahre in die Zukunft blicken kann", appelliert er an die Schüler.
Kine findet die ernsten Worte absolut angemessen. "Uns ist die Bedeutung von Europa schon lange bewusst", sagt sie. Und die Schüler der Bertolt-Brecht-Schule in Spandau arbeiten jetzt schon aktiv an der Zukunft mit. Lange haben sie sich um eine Schulpartnerschaft bemüht. Gestern konnte von Frank-Walter-Steinmeier und dem polnischen Botschafter Marek Prawda die Partnerschaft zum 2. Gymnasium in Krakau besiegelt werden.
Anschließend gingen der Botschafter und der Außenminister in eine Klasse, um mit den Jugendlichen ganz ohne Presse zu diskutieren. Kine findet es schade, dass sie nicht dabei sein kann.
Viel sympathischer als im Fernsehen sei Frank-Walter Steinmeier live. Und sie ist überzeugt, dass er in dieser Unterrichtsstunde noch viele interessante Dinge erzählen wird.
eb
4. März 2009


