Brecht-Oberschule

Bertolt-Brecht-Oberschule

Berlin-Spandau
Integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe

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Darstellendes Spiel

Fotos der Aufführung "Frühlingserwachen" (März 2012)

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Fotos der Aufführung "Lysistrata"

Am 23. und 25. Juni wurde das Theaterstück "Lysistrata" aufgeführt.

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Faust - postmodern

Am 24.3. und 26.3.2009 führte der ds-Kurs des 4. Semesters das Stück Faust - postmodern auf.

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Darstellendes Spiel

Theaterspielen als normaler Unterrichtsinhalt? Macht das überhaupt Sinn? Oder ist es eine überflüssige Spielerei ohne seriösen, didaktisch-pädagogischen Wert? In Berlin sind diese Fragen schon seit Jahrzenten mit der Aufnahme des Faches Darstellendes Spiel (DS) in den Fächerkanon der Oberstufe entschieden worden. Es hat sogar eine Bestätigung durch die Aufnahme als Referenzfach für die fünfte Prüfungskomponente im Abitur erfahren.

In unserer Zeit, in der Kommunikation und Wahrnehmung weitgehend durch technische Medien vermittelt ist, werden die jungen Menschen in wachsendem Maße bindungsarm.
Die Jugendlichen müssen aber wieder spüren, dass sie Träger und Adressaten von Emotionen sind, nicht aber Avatare im virtuellen Netz, sondern vielmehr leibliche Wesen. Das setzt voraus, dass sie sich in spielerischer Kreativität und körperlicher Interaktion erleben können.

Im Rahmen der künstlerischen Fächer ist DS ein eigenständiger Lernbereich mit eigenen Methoden, Instrumenten und Gestaltungsprinzipien. Aspekte anderer Fächer werden aufgegriffen und in das Fach DS integriert.

Ziele des Darstellenden Spiels:

  • Individuelle Ziele beziehen sich auf die körperliche und verbale Kommunikationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler, die Herausbildung der eigenen gesellschaftlichen Identität durch Probehandeln, die Selbstwahrnehmung und das Selbstvertrauen, den jeweiligen Ist-Zustand künstlerisch und gestalterisch zu reflektieren.
  • Soziale Ziele realisieren sich im Gruppenprozess, ohne den die produktorientierte Projektarbeit wenig vorstellbar ist. Die Gruppenarbeit bedingt oder bewirkt Vertrauen, Toleranz, Disziplin, Kooperation, gemeinsame Planung, Kritikfähigkeit und Solidarität.
  • Ästhetische Ziele ergeben sich aus dem Gegenstandsbereich, der sich mit Ausdrucks- und Darstellungsmöglichkeiten im Funktionszusammenhang von Körper, Sprache, Bewegung und Raum beschäftigt. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten grundlegende Gesetzmäßigkeiten des Theaterspiels, suchen und finden entsprechend ihren darstellerischen Fähigkeiten eine adäquate Form und lernen Figuren aufzubauen sowie mit theatralen Mitteln im Zusammenhang einer Inszenierung umzugehen.

 

Der Unterricht an der BBO im Fach DS wird außerdem durch die räumlichen Gegebenheiten und die Mehrheitsinteresse der Schülerinnen und Schüler bestimmt. In der BBO gibt es zum Proben nur Klassenräume und keinen speziellen Probenraum mit Teppichboden. So sind durch diese Gegebenheiten die Möglichkeiten für Körpertheater recht begrenzt.

Leiter des DS-Kurses Maske2
Leiter des DS - Kurses Maske 1

(Der Leiter des DS-Kurses bei einem Schminkkurs)

 

Außerdem ist die Bühne, die im Mehrzweckraum Mensa steht, frühestens ab der 8. Stunde und ohne wesentliche Störungen erst ab der 9. Stunde zu benutzen. Aber auch zu diesen Zeiten ist selten eine intime Atmosphäre gegeben, weil die Probenarbeiten immer den Blicken irgendwelcher Zuschauer ausgesetzt sind. Abhilfe soll ein Anbau schaffen, der in den nächsten fünf Jahren realisiert werden soll.
Von der Mehrheit der Kursteilnehmer wurde bislang immer etwas Komödiantisches gefordert und zur Aufführung gebracht; dies entsprach auch der Erwartungshaltung des Publikums. So kamen im Jahre 2005 zwei Stücke mit antikem Bezug auf die Bühne: „Odysseus“ und „Herakles in Love“. Im Jahre 2006 wurden „Der Revisor“ und „Mord am Grauen Mann“ zur Aufführung gebracht. Im März 2007 kamen „Die Räuberinnen“ nach Motiven von Schiller „Die Räuber“ zur Aufführung, Anfang Juni wurde vom 2. Semester das Stück „Amazonen“ mit großem Erfolg aufgeführt. Im April 2008 erheiterte die Kriminalkomödie "Die Erbschaft der schrecklich netten Familie" das Publikum, und im Juni (leider zur EM im Fußball) wurde Shakespeares "Sommernachtstraum" in großer Besetzung (23 Schülerinnen/Schüler) zur Aufführung gebracht.

Zurzeit (2011) werden zwei Inszenierungen vorbereitet: Das 4. Semester probt "Der Widerspenstigen Zähmung" frei nach Shakespeare und das 2. Semester das Katastrophenstück "Ein schrecklicher Freitag".

In den letzten Jahren konnten jeweils zwei DS-Kurse eingerichtet werden. Für das erste Semester war der Andrang in den letzten Jahren so groß, dass ein Vorsprechen durchgeführt wurde, um die Kurse nicht wesentlich über 20 Teilnehmer anwachsen zu lassen. Allein diese Größe erfordert es jedes Jahr, die Texte in erheblichem Umfang zu bearbeiten, damit jeder Kursteilnehmer zumindest eine kleine Rolle übernehmen kann. Auch müssen häufig Hauptrollen reduziert werden, weil einzelne Schülerinnen bzw. Schüler sonst mit der Textmenge überfordert wären.
Da Darstellendes Spiel immer Projektarbeit ist, setzt dies auch die Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen der Schule voraus (Arbeitslehre: Kulissenbau, AUB: Kostümerstellung und Requisiten, Kunst:Bühnenbild und Plakatentwurf, Musik: musikalische Beratung, Digifoto-AG: Dokumentation). Ebenfalls werden bei der Einrichtung der Bühne (Licht und Spezialeffekte) handwerkliche Fähigkeiten gefördert.
Die Neufassung der EPA mit der Ausweitung der Prüfungstermine bedeutet für das Fach DS, dass nur in einem sehr begrenzten Zeitraum (nach den letzten Klausuren und vor der 5. Prüfungskomponente) möglich ist. Die Abfolge der Termine setzt die Schülerinnen und Schüler ganz erheblich unter Druck. Gleichwohl soll in der BBO an der produktorientierten Ausrichtung festgehalten werden, weil das Erlebnis „Aufführung“ durch nichts zu ersetzen ist, denn dies ist Präsentation und Evaluation zugleich, auch wenn nicht unbedingt eine Vergleichbarkeit, wie beim Zentralabitur gefordert, hier gegeben ist.

Fotos der Aufführung "Die Räuberinnen" (27.3.07)



Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 30. März 2012 um 13:10 Uhr  

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