Brecht-Oberschule

Bertolt-Brecht-Oberschule

Berlin-Spandau
Integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe

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Geschichte der Schule

1972 wird - neben zwei weiteren Standorten im Bezirk - mit dem Bau einer neuartigen Schule, eines "Mittelstufenzentrums" begonnen. Von einer Gesamtschule ist zu dieser Zeit noch keine Rede.In keinem anderen Bezirk gibt es so viel Interesse der Eltern an den Mittelstufenzentren, wie in Spandau.

Und so verläuft der Schulstart Hals über Kopf. Obwohl die Fertigstellung der Gebäude erst im August 1974 erfolgt, gründen sich die Mittelstufenzentren bereits 1973. Im Juli findet die erste provisorische Dienstbesprechung der "3.O", wie unsere Schule zunächst heißt, mit dem zukünftigen Leiter der Schule, Herrn Gädtke, statt.
Schulgebäude
Die Namen von weiteren 21, überwiegend sehr jungen Kolleginnen und Kollegen, die nach den Sommerferien an der Schule arbeiten sollten, sind zwar bekannt, doch hatten die meisten entweder nicht rechtzeitig benachrichtigt werden können, oder sie waren noch gar nicht in Berlin. Außerdem gibt es noch gar keinen Etat für die Schule, keine Lehr- und Lernmittel. Und die Fachrichtungen der zukünftigen Lehrer passen nicht zum Bedarf. Und so steht an diesem Tag nur eins fest: am 27. August 1973 würden sich 310 Schüler der Klassenstufe 7 zum Unterricht versammeln. Doch am diesem ersten Schultag sieht alles schon viel besser aus: die Lehrer hatten in den Sommerferien viel bewegt und so steht der erste Stundenplan, Arbeitsmaterial war herangeschafft und ein OH-Projektor besorgt worden, ein Kopierer war zugesagt und auch eine Schulsekretärin war zur Stelle. Im ersten Schuljahr der 3.O wurde dann erstmal in alten Schulgebäuden unterrichtet. Im Sommer 1974 ziehen dann alle in das neue Gebäude in der Wilhelmstraße 9 ein, das durch eine für damalige Verhältnisse hervorragende technische Ausstattung und trotz der Größe durch kurze Wege besticht. An die klotzige Architektur gewöhnen sich die meisten ganz schnell.

(Bild: Herr Zippan arbeitet kurz nach der Eröffnung am allerersten Computer der Schule.)

Bisher heißt die Schule "3. Oberschule" und ist damit ziemlich namenlos. Einer Anregung der Abt. Volksbildung folgend beschließt die Schulkonferenz im Februar 1978 der Schule den Namen "Bert-olt-Brecht-Oberschule" zu geben. Doch dieses Vorhaben löst eine unvorher-gesehene Diskussion bei allen Beteiligten aus. Neben Protesten aus Elternschaft und Öffentlichkeit formiert sich auch unter den Schülern der Schule Widerstand. Einige gründen das "Peter-Fechter-Komitee", das dafür einsteht, die Schule nach Peter Fechter zu benennen, der 1962 als achtzehnjähriger Flüchtling an der Berliner Mauer umgebracht wurde. Einige Eltern fordern hingegen den Namen des von Terroristen entführten und ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin-Schleyer. Doch nach langer Diskussion entscheidet sich auch die Gesamtelternkonferenz der Schule im Dezember 1978 mit 27 zu 12 Stimmen für den Namen "Bertolt-Brecht-Oberschule". Am 10. Mai 1979 wird der Schule dieser Name urkundlich und endgültig verliehen.

Schüler und Lehrer suchen seither gemeinsam in kulturellen Abenden, Theateraufführungen u.ä. die Auseinandersetzung mit dem Dichter und Denker Bertolt Brecht , seiner Biographie und seinen bekannten und unbekannten Werken.

Klassenraum
Schon bald nach dem Einzug in das neue Schulgebäude wurden erste kritische Stimmen laut: der kompakten Gebäudeform wegen sind gut ein Drittel aller Unterrichtsräume sogenannte "Dunkelräume" ohne Fenster. Zwar darf sich der Unterricht in diesen Räumen über nicht mehr als zwei Stunden am Stück erstrecken, doch zusammen mit dem grellen Neonlicht und der lauten Klimaanlage sorgt das sogar für Demonstrationen der Schüler. Ständige Defekte an der Klimaanlage führen seit 1976 außerdem regelmäßig dazu, dass tagelang nicht mehr unterrichtet werden kann. Doch die Katastrophe kommt erst noch. Ende der 80er Jahre wird die schädliche Wirkung von Asbest bekannt, das leider großflächig im Geäude verbaut worden ist. Eine Raumluftmessung am 30. März 1989 belegt eine derart hohe Asbestfaserkonzentration, dass das Schulgebäude umgehend geschlossen wird. Ein hektischer Auszug beginnt, alles wird überstürzt eingepackt und die Lehrer versuchen ihr Unterrichtsmaterial zu retten um zukünftig nicht nur mit Tafel und Kreide unterrichten zu müssen. Die ersten Tage nach der Schließung muss der Unterricht ausfallen, es muss noch die Verteilung auf andere Schulen organisiert werden. Wichtige Klausuren in der Oberstufe müssen provisorisch in der nicht asbestbelasteten Sporthalle geschrieben werden.


Die Schüler werden fortan in 3 entfernten Schulen notdürftig unterrichtet. Da eine Sanierung des alten Gebäudes nicht in Frage kommt, hoffen alle auf einen schnellen Ersatzbau. Doch mit dem Bau wird nicht begonnen. Schüler und Lehrer gehen daraufhin auf die Straße, schildern die widrigen Bedingungen, unter denen sie Unterricht machen müssen, in Briefen an Senatoren und Bürgermeister und verleihen sich so dort Gehör. Endlich wird mit den Planungen für den Ersatzbau begonnen und den Demonstranten wird ein Umzug für das Frühjahr 1990 versprochen.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 12. Juni 2009 um 13:32 Uhr  

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